Quelle: YouTube / Interview mit Dr. Schmidt
Die Bronchoskopie ist eine bewährte und sehr häufig eingesetzte Untersuchung der Atemwege.
Sie ermöglicht es, die Luftröhre und die Bronchien von innen zu betrachten und bei Bedarf
gezielt Proben zu entnehmen oder therapeutische Maßnahmen durchzuführen.
Für viele Patientinnen und Patienten klingt der Begriff zunächst beunruhigend,
tatsächlich handelt es sich jedoch um ein routinemäßiges, sicheres Verfahren, das in
spezialisierten Händen mit hoher Präzision durchgeführt wird.
Bei einer Bronchoskopie wird ein dünnes, schlauchartiges Instrument – das sogenannte Bronchoskop –
über Nase oder Mund in die Atemwege eingeführt. An der Spitze des Geräts befindet sich eine kleine Kamera
mit Lichtquelle, sodass die Schleimhäute der Atemwege auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden können.
Dadurch lassen sich Entzündungen, Engstellen, Blutungsquellen, Tumorverdacht oder andere Veränderungen
direkt beurteilen. Zusätzlich können Gewebeproben, Sekret oder Zellmaterial entnommen werden, um eine
genaue Diagnose zu ermöglichen.
Die flexible Bronchoskopie ist eine häufig eingesetzte Untersuchungsform.
Dabei wird ein sehr dünnes, bewegliches Bronchoskop verwendet, das sich gut an die natürlichen
Krümmungen der Atemwege anpasst. Diese Untersuchung kann in örtlicher Betäubung der Atemwege und
meist unter leichter Sedierung durchgeführt werden. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies,
dass sie während der Untersuchung entspannt sind und diese in der Regel als wenig belastend empfinden.
Die flexible Bronchoskopie eignet sich besonders gut zur diagnostischen Abklärung, zur Entnahme von
Gewebe- oder Sekretproben sowie zur Beurteilung entzündlicher oder struktureller Veränderungen der Atemwege.
Die starre Bronchoskopie, welche als alleinige Untersuchungsmodalität heute nur mehr selten anwendung findet,
wird in Vollnarkose durchgeführt und kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn größere therapeutische
Maßnahmen in den großen Atemwegen (Trachea und Hauptbronchien) notwendig sind. Sie bietet mehr
Stabilität und ermöglicht den Einsatz größerer Instrumente, zum Beispiel zur Abtragung großer Tumoren.
Durch die Vollnarkose ist der Patient während der gesamten Untersuchung schmerzfrei und sicher überwacht.
Sehr häufig wird heute eine kombinierte starr/flexible Bronchoskopie durchgeführt. Diesde Untersuchung
wird ebenfalls in Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird der Patient
zunächst starr intubiert, um eine sichere Atemwegskontrolle zu gewährleisten, und anschließend
erfolgt die eigentliche Untersuchung oder Behandlung mit einem flexiblen Bronchoskop.
Diese Kombination vereint die Vorteile beider Methoden: maximale Sicherheit durch die starre Atemwegssicherung
und gleichzeitig die hohe Beweglichkeit und Präzision der flexiblen Bronchoskopie.
Dieses Vorgehen hat sich besonders bei komplexeren Untersuchungen und interventionellen Eingriffen bewährt.
Wird aber auch routinemäßig in vielen Zentren zur Standard-Diagnostik ausgeübt aufgrund der
optimierten Untersuchungsbedingungen und dem guten Sicherheitsprofil.
Bei manchen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem sind bestimmte
Bereiche der Lunge dauerhaft überbläht und kaum noch an der Atmung beteiligt.
Diese überblähten Lungenabschnitte drücken führen zu einer Abflachung des Zwerchfells und erschweren dadurch
das Atmen erheblich. Die Folge sind ausgeprägte Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit
und eine deutlich verminderte Lebensqualität – selbst bei optimaler medikamentöser Therapie.
Die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion ist ein modernes, minimal-invasives Behandlungsverfahren,
das genau hier ansetzt. Ziel der Therapie ist es, die überblähten, funktionsarmen Lungenareale
gezielt auszuschalten, sodass sich die gesünderen Lungenanteile einerseits wieder besser entfalten können
und andererseits das Zwerchfell entlastet wird.
Dadurch kann die Atmung erleichtert und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert werden –
ganz ohne offene Operation.
Der Eingriff erfolgt im Rahmen einer kombinierten starren/flexiblen Bronchoskopie.
Über die Atemwege werden spezielle kleine Ventile in ausgewählte Bronchien eingebracht.
Diese sorgen dafür, dass Luft aus den betroffenen Lungenabschnitten entweichen kann, jedoch keine
neue Luft mehr einströmt. In der Folge verkleinert sich der überblähte Lungenbereich,
und der verbleibende, besser funktionierende Teil der Lunge kann effektiver arbeiten.
Der Eingriff selbst ist für die Patientinnen und Patienten in der Regel gut verträglich und wird unter
Vollnarkose durchgeführt.
Nicht jede Patientin und nicht jeder Patient mit Lungenemphysem eignet sich für dieses Verfahren.
Deshalb ist vor einer bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion eine sorgfältige Abklärung notwendig.
Dazu gehören unter anderem Lungenfunktionsuntersuchungen, bildgebende Verfahren wie die Computertomographie
sowie eine individuelle Bewertung des Performance Status. In einem ausführlichen Gespräch wird
gemeinsam besprochen, ob diese Therapieform sinnvoll ist und welche realistischen Verbesserungen
zu erwarten sind.
Die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion kann bei geeigneten Patientinnen und Patienten zu einer spürbaren
Erleichterung der Atemnot, zu mehr Belastbarkeit im Alltag und zu einer insgesamt besseren
Lebensqualität führen. Sie stellt heute eine wichtige Ergänzung zur medikamentösen Therapie und zur
Atemphysiotherapie dar und bietet vielen Betroffenen eine schonende Behandlungsoption, wenn andere
Maßnahmen nicht mehr ausreichend helfen.